historie

Er betonte die mühevolle Arbeit, die geleistet worden ist - um das Fest zustande zu bringen. Nachdem sodann das Männerquartett Nordend den Begrüßungschor gesungen hatte, hielt Herr Christian Krauß die Festansprache. Er wies eingangs auf den Charakter der Gibber Kerb als Volksfest hin. Die Stimmung, die man beim Passieren des nördlichen Stadtteils gewahr werde, sei Beweis, dass Groß und Klein, Alt und Jung, mit dabei sind." Dem sei noch hinzuzufügen, dass der Eintritt einschließlich Festbuch 30 Pfennig kostete und dass Kinder und Frauen im Festzelt keinen Zutritt hatten. Der Festzug am Sonntag war mit 30 Zugnummern ausgestattet und viele befreundete Vereine nahmen daran teil. Alle Straßen, die der unübersehbare lange Zug berührte, waren von einer riesigen Menschenmenge eingesäumt. Am Nachmittag überquerte das Luftschiff Graf Zeppelin auf Einladung der Gibber Kerbegesellschaft Biebrich und den Festplatz. Auf dem Festplatz anschließend großes Volksfest mit Rekordbesucherzahlen. Am Montag großer Jubiläumsfrühschoppen mit Ochs am Spieß und wunderbarer Unterhaltungsmusik. Um 14.30 Uhr Aufmarsch zur Kerb, zum Abschluss am Abend großes Brillant-Feuerwerk und Keulenschwingen des Turnverein 1846 bei bengalischer Beleuchtung, sowie Gruppenstellungen der Tumgesellschaft 1889.


Aufstellung zum Weckruf 1931 - v.l.n.r.: Karl Hachenberger, Fritz Adam, Heinrich Kleber, Jean Fink, Wilhelm Elsenheimer, Hans Schöpf, Jupp Köhl, Karl Ernst, Otto Locke, Christian Ernst, Karl Schiesser, Karl Geibel, Karl Wehnen), Robert Kemptner, Wilhelm Seilheimer, Karl Göbel, Anton Steiger, Karl Hassenbach, Franz Koch, Theodor Loos.

Um das reichhaltige Inventar unterzubringen, wurde eine gedeckte, 140 qm große Halle angeschafft und aufgeschlagen. Der Standort war in etwa an der heutigen Autobahn-Unterführung Grundweg. Eine elektrische Kraftstromleitung wurde auf dem Festplatz verlegt. Die Kosten betrugen 1000 Mark. Der langjährige 1. Vorsitzende Gustav Fuchs legt sein Amt nieder und der bisherige 2. Vorsitzende Christian Krauß wird als 1. Vorsitzender gewählt.

Über die Kerb 1930 berichtete der Rundfunk ausführlich. Auch finden während der Kerbetage Rundflüge über die nähere Heimat statt. Das Motto zum Festzug des Jahres 1931 heißt" Das Deutsche Lied" und findet eine sehr starke Resonanz. Das Feuerwerk als Abschluss am Kerbemontag läuft unter dem Motto "Die Gibb brennt". Dabei werden die neuesten pyrotechnischen Neuheiten gezeigt. Trotz ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse verlief die Kerb 1932 sehr erfolgreich. Das Motto des Festzuges 1932 lautete" Deutsche Märchen". In der Jahreshauptversammlung am 22. Juni 1933 wurde Adolf Hotter 1. Vorsitzender, August Diefenbach 2. Vorsitzender, Theodor Dohn 1. Schriftführer, Christian Lehr Kassierer, Ludwig Thoma 2. Schriftführer. Der Verein verfügte über einen vereinseigenen Spielmannszug, welcher ganz besonders beim Festzug eingesetzt wurde.

1934 bestand die Gibber Kerbegesellschaft 25 Jahre. Beim Festkommers am Kerbesamstag hielt Stadtrat Altstadt die Festansprache. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Adolf Hotter lief ein buntes Programm ab, bei dem viele Biebricher Vereine mitwirkten.