historie

Mosbach hatte früher zwei althergebrachte Märkte. Im Juli den Kirchenmarkt und im September den Zwetschgenmarkt, welchen man auch Kiliansmarkt nannte, da er genau auf den Kilianstag fiel. Nachdem die städtischen Körperschaften von Biebrich im Jahre 1893 beschlossen, die weit und breit bekannten Mosbacher Märkte in ein allgemeines Volksfest umzuwandeln und auch der Wilhelmsplatz wegen Bebauung nicht mehr zur Verfügung stand, fühlten sich die Gibber Mosbacher um ihre althergebrachten Märkte geprellt. So trafen sich genau an dem Tage im September des Jahres 1908, an dem der Zwetschgenmarkt hätte stattfinden müssen, wohlgesinnte Mosbacher Bürger und beschlossen, die Tradition der alten Mosbacher Märkte fortzusetzen.
Ein Teil der Gründungsmitglieder der GKG v.l.n.r. sitzend: Ludwig Coridaß sen., Karl Hassenbach sen., Josef Racky stehend: Ludwig Gadhof, Adolf Menges, Georg Klarmann, Ernst Schilo, Jean Ohlemacher, Jakob Vey
Im neu erbauten und dazu sehr geeigneten Restaurant Nonnenhof, dessen Besitzer Ludwig Coridaß war, beschlossen sie, eine Gibber Kerbekasse zu gründen, um ihre zukünftigen Pläne zu finanzieren. Mit aller Macht ging man Ende Juni 1909 daran, ein Fest vorzubereiten, welches sie Gibber Kerb nannten. Auf entsprechenden Antrag wurde den Mitgliedern der Gibber Kerbekasse die Erlaubnis erteilt, am Sonntag, den 5. September einen Aufmarsch der Mitglieder von der Bahnhofstraße durch die Brunnengasse und Bleichstraße zum Vereinslokal Nonnenhof durchzuführen. Diese Bewilligung wurde erteilt auf grund allerhöchster Kabinettsorder durch die Polizeiverwaltung Biebrich an den Schriftführer der Gibber Kerbekasse, Herrn Karl Lutz, der hier in der Bahnhofstraße wohnte. Die Kerb begann am Sonntag mittags um 14.30 Uhr mit einem Festzug, der sich durch die Straßen Mosbachs bewegte, welcher aus Festreitern, Festausschuss und Mitgliedern der Kerbegesellschaft bestand, und zwar in der altnassauischen Tracht" Kappe mit blauem Kittel", zum Festlokal "Zum Nonnenhof", wo selbst Musik, Tanz und Gesang wechselte. Ein gewaltiger Besuch von Publikum war der Lohn dieser Arbeit. Am Nachmittag des zweiten Tages fand ebenfalls Tanz und Kinderbelustigung statt. Auch hier war wieder ein starker Publikumsandrang zu verzeichnen.